Glaube
Wegen diesem Thema wurden schon sehr viele Kriege geführt. Meines Wissens gibt es kein anderes Gebiet, welches mehr Leid, Tod und Verwüstung zur Folge hatte.
Ich bin in einem christlichen Land, ursprünglich katholisch aufgewachsen und musste mich schon sehr früh mit der Kirche und dem daraus resultierenden Leid auseinandersetzen.
Einen Teil meiner Kindheit verbrachte ich ohne meine Eltern in Österreich, wo – nach meinem damaligen Empfinden, die Angstmacherei zur Machtgewinnung von den Kirchenoberhäuptern noch mehr geschürt wurde.
In meiner Jugend führte ich mit meinem Vater nächtelange Gespräche über Gott, Allah, das Licht, den Ursprung… Mein Vater vertrat die Meinung, es kommt nicht auf die Glaubensrichtung an, wenn man einen Samen in die Erde setzt, entsteht Leben durch eine höhere Macht, dem Ursprung allen Seins. Wie wir das nennen, sei nicht relevant. Wichtig sei es dies zu spüren und anzuerkennen. Es ist nicht der Mensch, der das Sagen hat.
Im Gegensatz zu meinem Vater hielt ich der Kirche damals, trotz persönlich einschneidenden Erlebnissen durch Übergriffe vom katholischen Pfarrer und dessen «Angehängsel», immer noch die «Stange».
Mit der Heirat wechselte ich zu den Reformierten über. Damals noch in der Hoffnung, dass ich dort besser aufgehoben sein könnte.
Nach weiteren Einsichten ins System und einer weiteren Enttäuschung durch Pfarrer und Kirchenpfleger, wurde es für mich immer schwieriger, die «Bodenstationen», egal von welcher Glaubensrichtung, vollumfänglich zu akzeptieren. Und ja, trotz allem schätze ich die sauberen und inspirierenden Kontakte zu Vertretern unserer Gotteshäuser.
Es ist mir klar, dass es beidseitig vom menschlichen Gegenüber abhängig ist. Doch es wundert mich auch nicht mehr, wo die Macht der Kriege ihren Ursprung finden.
Das tiefe Vertrauen zu Gott, konnte mir niemand nehmen.
Irgendwann kam auch ich zu der Schlussfolgerung, dass es für mich irrelevant ist, ob ich von Gott, Allah, dem Licht, der höheren Macht, oder wie immer die Völker unserer Erde es nennen mögen, spreche. Für mich hat es Bedeutung, was jeder Einzelne zum Wohle Aller, während seines Aufenthaltes auf der Erde, daraus macht.
Das Pflegen der Verbindung zur geistigen Welt wie auch zur Erde, das Gebet und das Danken für die Führung und Unterstützung, gehören für mich jeden Tag aufs Neue dazu. Ich lebe mit dem Bewusstsein es kann Dir Alles genommen werden – ausser Deiner Seele und der Liebe die Du im Herzen trägst.
Was die Seele auf die Erde mitbringt, was für Erfahrungen sie während dem Aufenthalt sammelt und was sie nach Erfüllung ihres Lebensplanes beim Verlassen des irdischen Körpers wieder mitnimmt, bleibt der einzige Reichtum, den ein Mensch wirklich besitzen kann.